Apr 21 2015

Peter Vischer der Ältere

Bastian Asmus

Selbstbildnis des Peter Vischer (1455-1529)Hier geht es um das Selbstbildnis des Peter Vischer, wie es am Sebaldusgrab im der Nürnberger Selbalduskirche zu sehen ist.Peter Vischer der Ältere lebte von 1455-1529 in Nürnberg und schuf u.a. das Sebaldusgrab in der Sebalduskirche in Nürnberg.

Da ich meine Kunstgießerlehre in Nürnberg absolviert habe, verbindet mich ein besonderes Band mit den Nürnberger Persönlichkeiten der Renaissance, v.a. mit den Kunstgießern. Unter diesen nimmt Peter Vischer eine Sonderrolle ein, weshalb ich sein Selbstbildnis seinerzeit als eines von drei Gesellenstücken gegossen habe. Hier folgen ein paar Detailaufnahmen dieses Nachgusses.

Die Plastik wurde in einem Stück im Wachsausschmelzverfahren gefertigt. Gegossen wurde stehend mit einem simplen Anschnittsystem. Die Wandstärke beträgt in etwa 2.5- 3 mm. Die besondere Leistung besteht in dem fehlerfreien Guss, und dem minimalen Einsatz von Kernnägeln.

 


Jan 9 2015

Mikroskopie: Maßstab automatisch einfügen

Bastian Asmus

EPIPOL16QRWer kennt das nicht: Man hat jede Menge Mikrofotos geschossen und stellt später fest, dass man bei einigen Bildern die Maßstabsangabe vergessen hat! Das ist natürlich bei genau den Fotos passiert, die man sich für einen Vortrag oder eine Publikation ausgesucht hat. Ich träume schon lange von einem automatisierten System das solche Fehler verhindert, ganz so wie es bei den neueren Mikroskopen der Fall ist. Für ältere Mikroskope funktioniert das aber nicht, da die Kamera nicht mit dem Mikroskop kommuniziert. Dies, oder man hat sich eine eigene Kameraadaption hergestellt und möchte weiter mit seinem Remote Capture Programm arbeiten, an das man sich schon gewöhnt hat.

Der Artikel beschreibt zuerst welche Dinge man benötigt, welche Informationen auf welche Weise weiter gegeben werden müssen,  und stellt dann ein kleines Skript vor, dass die Aufgabe übernimmt, diese Daten in die Metadaten des gerade aufgenommen Bildes zu schreiben. Die so gewonnen Bilder können mit diesem Skript, das hier vorgestellt wird einen Massstab automatisch einfügen.

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Nov 8 2014

Metadaten und Archäologie: Von Funden, Photos und QR Codes – Teil 2

Bastian Asmus

In diesem zweiten Teil dreht sich alles ums Automatisieren. Es geht es darum unseren Photos automatisch Metadaten hinzu zu fügen. Ich nutze derzeit darktable um meine Kamera vom Computer aus fern zu steuern, digikam um meine Photos zu verwalten, und zwei kleine Bash Skripte, die dafür sorgen, dass die QR Codes ausgelesen und in die Metadaten des Photos geschrieben werden. Die Software, die dafür benötigt wird lässt sich bei Ubuntu aus den Paketquellen installieren. Wir benötigen: Continue reading


Okt 28 2014

Metadaten für die Archäologie: Von Funden, Photos und QR Codes – Teil 1

Bastian Asmus

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Wäre es nicht toll, wenn man die Metadaten schon während des Photographierens in die Bilder schreiben könnte, und nicht erst hinterher bei der Nachbearbeitung? In diesem zweiteiligen Beitrag stelle ich vor, wie man mit Hilfe von QR Codes und Tethered shooting, ausgewählte Metadaten, automatisiert in die Bilddateien schreiben kann. Dies spart viel Zeit, z.B. bei der archäologischen Fundbearbeitung und Dokumentation. Der erste Teil behandelt die manuelle Erstellung von QR Codes, der zweite Teil eine Skript basierte Lösung.- Continue reading


Aug 25 2014

Guss eines mittelalterlichen Aquamaniles

Bastian Asmus

Foundry: Medieval bronze casting of an aquamanile in a lost wax loam mould – by Dr. Bastian Asmus

Seit längerem beschäftige ich mich mittelalterlicher Gusstechnologie, und der Guss eines mittelalterlichen Aquamaniles in originaler Technik stand schon lange an. Vor über einem Jahr habe ich den Halberstädter Aquamanilen in originaler Technik modelliert. Gestützt wird das auf die Aufzeichnungen des Bendiktinermönchs Theophlius Presbyter. In seinem Manuskript, der  schedula diversarum artium beschreibt Theophilus im 61. Kapitel die Herstellung eines gegossenen Rauchfasses.  Die Beschreibung ist derart genau, dass einem in den Gießkünsten bewandertem Handwerker vor keine Schwierigkeiten stellt jegliche Plastik in dieser Technik auszuführen. Neben der Schriftquelle zum Guss von hohlen Gegenständen kamen mir die Ergebnisse der Untersuchungen zu Gute, die ich in den letzten drei Jahren an mittelalterlichen  Gussformresten und Tiegeln aus Dinant und Namur in Belgien durchgeführt habe.

Rekonstruktion einer mittelalterlichen Lehmform eines Löwenaquamaniles.

Lehmform eines Löwenaquamaniles. Die Lehmform entspricht in ihrem Aufbau und ihrer Zusammensetzung der mittelalterlicher Gussformen.

Guss eines mittelalterlichen Aquamaniles

Die Form wurde  drei Tage vor dem Guss aus Formlehm aufgebaut und über heißen Holzkohlen ausgeschmolzen. Danach wurde die Form im Holzkohlenfeuer gebrannt. Auch hierzu können wir uns auf Theophilus verlassen:  Die Form wird mit Holzkohle bedeckt und diese werden entzündet, sobald die Form unter den glühenden Holzkohlen sichtbar wird wird neue Holzkohle aufgelegt. Das Ganze wird dreimal wiederholt . Der Anschnitt ist denkbar einfach über die Füße ausgeführt. Alle vier Füße sind offen und wurden um einige Zentimeter verlängert. Aus diesem Grund wird die Form kopfüber aufgestellt um gegossen zu werden. Die Legierung für den Guss ist eine Vierstofflegierung aus Kupfer, Zink, Zinn und Blei, CuZn13Sn8Pb2, und wurde für diesen Aquamanilen legiert. Es handelt sich also um einen bleihaltigen Rotguss.

References


Mai 10 2014

Bronzegießen am 30. internationalen Museumstag

Bastian Asmus

Am 18. Mai bin ich im Erlanger Stadtmuseum und zeige dort die Herstellung der Halsringe von Kosbach.  Es ist die Gelegenheit alle Fragen die man zur Archäometallurgie hat los zu werden. Natürlich geht es auch um alle anderen brennenden Fragen rund um das Thema Bronze. Wo kommt sie her? Was kann man damit machen? Welche Verfahren kann ich anwenden um Metallgegenstände herstellen? …

Den Funden von Kosbach ist aktuell noch bis zum 18. Mai eine Ausstellung im Erlanger Stadtmuseum gewidmet. Plakat_Kosbacher_Altar

Als Vorlage dienen die archäologischen Zeichnungen   und Kunststoffabgüsse der Halsringe von Kosbach. Außerdem wird es auch noch einen Steigbügelarmreif geben.

Halsringe von kosbach

Archäologische Zeichnung der Ringe aus Kosbach aus Nadler & Kaulich 1980.

 

 

Kosbach Detailaufnahme

Neu modellierte Wachse der Ringe von Kosbach. In der Mitte der Steigbügelarmreif.

Die Wachse werden mit Lehm umhüllt und im Wachsausschmelzverfahren gegossen.

Die Veranstaltung findet ganztags von 11-18 Uhr statt. Der Eintritt ist frei.

Nachtrag: Die Güsse der Kosbacher Ringe haben sehr gut funktioniert. Die Verzierungen lassen sich ohne Weiteres mit gießen, so dass ein nachträgliches Eingravieren nicht notwendig ist. Allenfalls kann es nötig sein die Verzierung mit einer Punze nach zu ziehen.

Literatur: